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Gesundheitsnachrichten

Bürokratie versus Patientenbehandlung
Bürokratie versus Patientenbehandlung

Bundeszahnärztekammer: Unnötige Vorgänge abbauen, Zeit für die Patienten gewinnen

Für (Zahn-)Arztpraxen entstehen Jahr für Jahr Bürokratiekosten in einem Umfang von 4,33 Milliarden Euro. Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) fordert gemeinsam mit Vertretern der Ärzteschaft und der Kassen, die Praxen von Bürokratie zu entlasten, um ihnen wieder mehr Zeit für die Patientenbehandlung zu geben.
Der Zwischenbericht des Projekts „Mehr Zeit für Behandlung – Vereinfachung von Verfahren und Prozessen in Arzt- und Zahnarztpraxen“ des Nationalen Normenkontrollrats (NKR), der heute in Berlin vorgestellt wurde, zieht eine erste Bilanz und benennt die nach wie vor bestehenden Herausforderungen.

Gemeinsam wurden Vorschläge unterbreitet, wie man den bürokratischen Aufwand senken könne. Für die Zahnarztpraxen hatte die BZÄK u.a. folgende Vorschläge unterbreitet:

  • Dokumentation der Aufbereitung von Medizinprodukten und Wirksamkeitsnachweis von Desinfektionsmitteln: Die Überwachungsbehörden in den Ländern werden aufgefordert, bei den Anforderungen an die Dokumentation bei der Aufbereitung von Medizinprodukten und der Wirksamkeitsprüfung bürokratiearme Lösungsmodelle umzusetzen. So ist zum Beispiel der Wirksamkeitsnachweis des Herstellers bei Zulassung bindend, Praxen haben nicht erneut einen Wirksamkeitsnachweis zu erbringen.
  • Praxisbegehung nach dem Medizinproduktegesetz und dem Infektionsschutzgesetz: Gefordert wird die bessere Koordinierung der Praxisbegehungen durch die unterschiedlichen Überwachungsbehörden. Es reicht, wenn die zuständigen Stellen einmal und abgesprochen in die Praxen kommen.
  • Röntgen: Auch für die Registrierung von Röntgeneinrichtungen sollte in Zukunft nur noch eine Stelle zuständig sein. Ferner sollten zum Beispiel zertifizierte (Online-)Fernlehrgänge bzw. eine Kurssplittung in Präsenz- und Fernstudienzeiten bei der Aktualisierung der Fachkunde zugelassen werden. Dies wäre mit einer erheblichen zeitlichen Entlastung der Praxen verbunden, ohne Standards der Patientensicherheit abzusenken.

„Um vermeidbare Bürokratie abzubauen, müssen Behörden und die Selbstverwaltung bis hin zu den Kassen an einem Strang ziehen. Gesucht haben wir bürokratiearme Best-Practice-Lösungen, die keine Abstriche bei der Patientensicherheit machen. Diese sollten nun auch schnellstmöglich umgesetzt werden. Je eher, desto besser für die Praxen und die Patienten“, so BZÄK-Vizepräsident Prof. Dr. Christoph Benz.

Hintergrund:
Projektpartner des Nationalen Normenkontrollrates bei der Zwischenbilanz waren die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV), die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV-SV). Begleitet wurde das Projekt durch das Bundesministerium der Gesundheit, die Geschäftsstelle des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) sowie durch die Geschäftsstelle Bürokratieabbau im Bundeskanzleramt (GBü).


Schwangerschaftstest - Zahnpasta?
Schwangerschaftstest - Zahnpasta?

Schwangerschaftstest - Zahnpasta?

Osterholz-Scharmbeck (OHZ), den 23.10.2017: Ab und an entdeckt die Zahnarztpraxis Dr. med. dent. Steffen Klabunde kuriose Meldungen rund um alles, was mit den Zähnen zu tun hat. Nicht jede, die man da zu lesen bekommt, stimmt, ist aber aus Zahnarztsicht trotzdem lustig. So soll einmal der Meldung, dass Zahnpasta auch als Schwangerschaftstest taugt, "auf den Zahn gefühlt" werden.

Wie soll das Ganze funktionieren? Angeblich mixt man etwas Urin mit einem Klecks weißer Zahnpasta, verrührt die Mischung und wartet darauf, ob diese Mixtur kräftig aufschäumt oder nicht. Schäumt sie auf, soll man so angeblich eine Schwangerschaft nachweisen können.

Was ist an dieser Meldung dran? Eigentlich kann man sie genüsslich als >Schaumschlägerei< bezeichnen. Handelsübliche Schwangerschaftstests werden zwar mit einer Urinprobe durchgeführt. Dabei wird jedoch das Schwangerschaftshormon HCG nachgewiesen. Und dies tut die Zahnpasta selbstverständlich - nicht. Grund für ein eventuelles Aufschäumen ist die im Urin mehr oder weniger vorhandene Säure. Je basischer der "Saft", den wir ausscheiden, desto weniger Schaum; umgekehrt gilt: je saurer, desto stärker ist die Schaumentwicklung. Das liegt an in Zahnpasta enthaltenem Calciumcarbonat, das mit dem Säuregrad des Urins reagiert. Viel Fleisch, Käse oder auch Kaffee in der Ernährung hätten zum Beispiel diesen Effekt auf den Urin.

Also - lieber nicht auf die Aussagekraft dieser "Fake News" vertrauen. Wer seine Zahnpasta unbedingt zweckentfremden möchte, kann dies auch für andere Dinge tun. Als z.B. Fugenweißer, Schimmelentferner, Fleckentferner oder zum Reinigen einer verschmutzten Bügeleisen-Unterfläche taugt sie nämlich manchmal tatsächlich. Dies liegt dann aber nicht am Calciumcarbonat, sondern an Abrasivstoffen (kleine Schleifpartikel). Diese sind aber in besonders milden Zahncremes nicht ausreichend enthalten.

Die Zahnarztpraxis Klabunde empfiehlt, die Zahnpasta auch weiterhin ihrem eigentlichen Zweck zuzuführen - dem Zähneputzen!


Wenn Zahnärzte ein "Lächeln schenken!"
Wenn Zahnärzte ein "Lächeln schenken!"

Wieder Lachen e.V. und Hanauer Praxisklinik für Zahnmedizin bieten Hilfe für Opfer häuslicher Gewalt

Der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen ist ein Lachen. Ein Lachen, das vielen Frauen jedoch vergangen ist, denn nach offiziellen Schätzungen wird jede 4. Frau mindestens einmal in ihrem Leben ein Opfer häuslicher Gewalt.

Gewalt in der Partnerschaft - oft jahrelang ertragen - hinterlässt immer seelische und vielfach auch körperliche Verletzungen. In vielen Fällen haben die Opfer Schäden im Zahn- und Kieferbereich davongetragen. Doch für die Behandlung haben viele von ihnen nicht die finanziellen Mittel.

Hier hilft der von Katrin und Dr. Sven Rinke gegründete Verein Wieder Lachen e.V. (www.wieder-lachen.com) mit seiner Aktion "Lächeln schenken!".

Im Rahmen dieser Aktion stellen ZahnärztInnen und ZahntechnikerInnen den Opfern häuslicher Gewalt ihre Leistungen kostenlos zur Verfügung. In Zusammenarbeit mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, vielen Organisationen und Selbsthilfegruppen konnte auf diese Weise ein Netzwerk zur Unterstützung gewaltbetroffener Frauen geschaffen werden.

Bei dieser Arbeit stellte Katrin Rinke fest, dass die reine Vermittlung zwischen Patientinnen und Behandlungsteams nicht ausreicht. In vielen Praxen ist die Unsicherheit im Umgang mit Gewaltopfern groß: Was darf man sagen? Was darf man fragen? Was kann man tun? Neben einem von Wieder Lachen e.V. erstellten Handbuch bietet der Verein in Zusammenarbeit mit Priv.-Doz. Dr. Sven Rinke und der Hanauer Praxisklinik für Zahnmedizin (www.ihr-laecheln.com) Schulungen für Praxisteams an. So werden ZahnärztInnen und Teammitglieder sensibilisiert, um Anzeichen häuslicher Gewalt zu erkennen, bekommen Tipps zur Kommunikation mit den Opfern und erfahren, wie Misshandlungen rechtssicher dokumentiert werden können.

Ziel dieser Aktion ist es, Opfern häuslicher Gewalt ein Stück ihres verloren gegangenen Lebensgefühls und ihres Selbstvertrauens zurückzugeben. Wieder Lachen e.V. und das Team der Praxisklinik möchten dazu beitragen, dass dieses Thema nicht länger ein Tabu ist und die Relevanz bekommt, die es verdient.